Überlebensoptionen, Widerstand, Vergeltung – Jüdische Reaktionen auf die Shoah in Jugoslawien 1941-1945

Jugoslawien wurde nach dem Überfall Deutschlands, Italiens und verbündeter Mächte im April 1941 besetzt und aufgeteilt. In allen Landesteilen setzte eine unterschiedlich starke Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein, die besonders in Serbien unter deutscher Besatzung und im „Unabhängigen Staat Kroatien“ unter Ustaša-Herrschaft in einem schnell durchgeführten Massenmord mündete. Bereits 1942 verkündeten Deutsche Behörden „Serbien ist judenfrei“. Dem war nicht so. Vielmehr gab es vielfältige Reaktionen und Widerstand.
Der Vortrag fokussiert die jüdischen Reaktionen und auch Handlungsoptionen angesichts von Enteignung, Entrechtung und Deportation. Diese waren sehr unterschiedlich und changierten zwischen Anpassung, Flucht, Verstecken und dem Anschließen an die militärischen Widerstandsgruppen, entweder kommunistische Partisanen oder die nationalserbische Četnici.
Wie gingen die jeweiligen Widerstandsbewegungen mit den jüdischen Kämpfenden und Zivilist*innen um? Wer überlebte in deutschen und Ustaša-Lagern oder konnte aus diesen ausbrechen? In welchem Umfang gab es Vergeltung und jüdische Rächer*innen in Jugoslawien?
Wieland Köbsch hat seine Promotion an der Uni Hamburg zur Geschichte des jüdischen Widerstands im ehemaligen Jugoslawien geschrieben