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Abgeschoben – Ausgrenzung und Entrechtung aus der Perspektive von Roma und Romnja in Serbien

Freitag, 23. Januar 2026, 20:00 Uhr

Die aktuellen Diskussionen um Migration nach Deutschland verweisen auf eine ganz klare Abwehr. Das entspricht jedoch nicht einem Verständnis von Menschenrechten und Demokratie, in welchem erst einmal alle Menschen gleich sind und niemand diskriminiert werden sollte.

Aufgrund der Grundlage langjähriger Recherchearbeit informiert die Recherchegruppe Doku+ zum Konzept der »sicheren Herkunftsstaaten« am Beispiel von Serbien. Die Recherchegruppe hat über viele Jahre die Ausgrenzung durch Abschiebung von Roma und Romnja dokumentiert. Der Vortrag basiert auf Statements von Betroffenen in kurzen Clips und Fotos.

Die Recherchen zeichnen ein signifikantes Bild: Nur wenige der abgeschobenen Roma heute sind an einem Ort »angekommen«. Für die meisten bleibt Migration unfreiwilliger Teil ihres Lebens. Vor allem alleinstehende Frauen und Kinder haben wenig Chancen, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Wenn zudem Papierlosigkeit und Illegalisierung aus den Abschiebungen entstehen, ist es ohne Unterstützung nicht möglich, diese Rechtlosigkeit wieder zu verlassen. Die Verweigerung von Chancen und Integrations­möglich­keiten an Menschen aus »sicheren Herkunftsstaaten« in Deutschland ignoriert zudem die Verfolgungs­geschichte der Roma vor allem während des Nationalsozialismus komplett.

Das Buch „Abgeschoben. Ausgrenzung und Perspektiven von Roma. Deutschland — Serbien — EU“ ist das Ergebnis von vielen Jahren unabhängiger Recherchen, vor allem aber intensiven Kontakts mit den von der Abschiebung unmittelbar betroffenen Rom:nja.

Herausgeber*innen: Recherchegruppe Doku+ – Allegra Schneider, Andrea Vogel, Maria Ulrich, Patrick Schaefers
ISBN 978-3-943643-33-6


Referent*innen sind Allegra Schneider und Maria Ulrich vom Rechercheteam, das sich mit den Langzeitfolgen der Abschiebungen von Rom:nja beschäftigt hat.